Medienarchiv
Tipp-Kick im Fokus der Buchliteratur
IROD, C.G. (2024): Ylipulli. 74 S., Wien: story.one.
ISBN: 978-3-7115-2728-8
Das Erstlingswerk „Ylipulli“ von C. G. Irod (Realname: Christian Schäl) ist eine Erzählung, die sich seiner Passion, dem Spielen des Tischfußballspieles „Tipp-Kick“ widmet.
Leseprobe:
Folgenden Namen solltet ihr wenigstens einmal gehört haben: Hirschlanden. Ihr wart bestimmt noch nie dort. Nun – dann aber nichts wie hin. Es gibt Orte, da weiß kein Mensch, was er dort soll. In Hirschlanden weiß es jeder. Da liegen früh am Morgen unzählige Tipp-Kick-Bälle auf den Fußwegen und Straßen. Kinder lutschen und knuspern an ihnen, Eichhörnchen sammeln sie auf und tragen sie in die Turnhalle.
MORITZ, Rainer (2020): Fräulein Schneider und das Weihnachtsturnier. 125 S., Leipzig: edition chrismon.
ISBN: 978-3-96038-255-3
Rainer Moritz, 1958 in Heilbronn geboren, ist promovierter Literaturwissenschaftler. Seit 2005 leitet er das Literaturhaus Hamburg.
Klappentext:
Fräulein Schneider, eine resolute, weißhaarige Endsechzigerin, die jahrelang als Buchhalterin gearbeitet hat, ist allein. Aber nicht immer: Jedes Jahr an Heiligabend bekommt sie Besuch. Von Konrad, dem Sohn eines ehemaligen Arbeitskollegen. Er kommt zu Kaffee und Plätzchen, wundert sich insgeheim über die Lamettaberge auf Fräulein Schneiders Weihnachtsfichte, bringt Geschenke vorbei – und wird von Fräulein Schneider genötigt, mit ihr Tischfußball zu spielen. Denn Fräulein Schneider liebt Tischfußball und ist nicht davon abzubringen, dass es ein Weihnachten ohne Flachschüsse und Glanzparaden auf ihrem Esstisch nicht geben kann und darf. Ein alljährliches Weihnachtsritual, das sich ausweitet und immer kuriosere Formen annimmt … Eine zauberhafte Weihnachtsgeschichte voller Gefühl, Humor und überraschender Wendungen.
WINZER, Simon (2012): Das professionelle Tipp-Kick: Ein Spiel im Spannungsfeld zwischen Hobby und sportlicher Anerkennung. 34 S., München: GRIN-Verl.
ISBN: 978-3-6563-1657-2
HÖFER, Katrin & HESSE, Peter (2008): Das große Tipp-Kick-Buch. Geschichte & Regeln. Technik & Zubehör. Prominente & Anekdoten. 207 S., Hannover: humboldt-Verl.
ISBN: 978-3-89994-100-5
Katrin Höfer ist Sportjournalistin und Autorin zahlreicher Spielebücher.
Peter Hesse ist Verlags- und Produktionsleiter und leidenschaftlicher Tipp-Kick-Fan.
Klappentext:
Schon mit dem Prototyp aus dem Jahr 1924 wurde so gespielt wie heute: Mit einer Figur, deren beweglicher Fuß sich auf K(n)opfdruck bewegen ließ. In diesem Buch werden die Geschichte des Tipp-Kick, Regeln, Zubehör, Vereine und berühmte Fans vorgestellt. Campino von den Toten Hosen kommt ebenso zu Wort wie FC-Bayern-Manager Uli Hoeneß.
FOX, Fridolin (1987): Der Schoaß im Hirn im Hirn. Aufzeichnungen aus Kickinesien. 63 S., 1. Aufl., Adelshofen: Fangorn-Verl.
ISBN: 978-3-941518-03-2
Manfred Fock alias Dr. Fridolin Fox wurde 1955 in München geboren und lebt im Landkreis Fürstenfeldbruck (Obb.). Einen Namen machte sich Fock zunächst mit Sachbüchern und Satiren über den Fußballsport (u.a. „Der letzte Spieltag“). Bundesweit bekannt wurde er mit der Gartenzwerg-Trilogie.
Seine Satire „Der Schoaß im Hirn“ erschien erstmalig 1987 und 2014 in 4. Auflage.
Buchrezensionen:
Gespielt wird Tipp-Kick seit Jahrzehnten mit Begeisterung. Nun ist das erste literarische Werk über das beliebte Tischfußballspiel erschienen: ´Der Schoaß im Hirn` heißt das mit echt bajuwarischem Humor von Dr. Fridolin Fox verfasste Werk. KICKER Sportmagazin
„Der Schoaß im Hirn – Aufzeichnungen aus Kickinisien“ lässt einen vieles über die Faszination, Spannung, Geschichte und Eigenart des Tipp-Kick und seiner Spieler/innen verstehen. Ein kurzweilig und amüsant zu lesendes Bändlein.. All to nah (Altonaer Fanzine)
Der stellenweise kauzig-witzige innere Monolog eines auf die postalische Nachsendung seiner Spielfiguren ungeduldig wartenden Cholerikers, der über Tipp-Kick, Gott und die Welt zu philosophieren versucht, gleichzeitig die ironische Distanz zu Hobbyfanatismus und Fußballversessenheit erkennen lässt. Der tödliche Pass, München
Tipp-Kick in der internationalen Fachliteratur
CORNELSEN, Elcio Loureiro (2018): Futebol como simulacro: Tipp-Kick, um jogo alemão. FuLiA/UFMG, Belo Horizonte/MG, Brasil, v. 3, n. 3, p. 67–92.
DOI: 10.17851/2526-4494.3.3.67-92
Elcio Loureiro Cornelsen
Doktor der Germanistik an der Freien Universität Berlin/Deutschland. Dozent für deutsche Sprache, Literatur und Kultur (Bachelor) sowie für Literaturtheorie und Vergleichende Literaturwissenschaft (Master) und Freizeitwissenschaften (Master).
Abstract:
Our contribution aims at a reflection on a particular game, the Tipp-Kick, created in Germany in the 1920s, as a simulacrum of football. In theoretical terms, we will be guided by the notions of “playfulness”, “game” and “representation” proposed by the Dutch historian and linguist Johan Huizinga, as well as the notion of “simulacrum”, as defined by the French sociologist Roger Caillois.
KEYWORDS: Football; Game; Simulacrum; Homo Ludens; Tipp-Kick.
Vom Spielfeld aufs Papier: Wo Tipp-Kick eine kleine, aber feine Rolle spielt
HILGER, Kai (2024): Das Eckige muss ins Eckige, S. 88-93, in: Stiftung Dt. Sport & Olympia Museum (Hrsg.): 25 Short Sport Storys, 184 S., Bönen: Verl. Kettler.
ISBN: 978-3-98741-175-5
Kai Hilger ist der Kurator des Deutschen Sport & Olympia Museums.
Leseprobe:
Es stand zwei zu zwei und ich schoss aus dem Hintergrund. Der Ball touchierte die Unterkante der Latte, perlte am Tornetz ab und tropfte hinter die Linie.
Die Geräusche des „Touchierens“ und des „Abperlens“ höre ich manchmal noch heute in einer abseitigen Windung meines Gedächtnisses. Es sind die Geräusche meines Triumphs, die damals jäh überlagert wurden vom Fluchen meines Onkels Udo, der leichtfertig eine 2:0-Führung hergeschenkt hatte und seinem Ärger Luft machte. Es war ein Wunder!
HOCK, Hans-Peter (2022): Heim-Spiel. Tischfußball im vordigitalen Zeitalter. 52 S., Dresden: smac/Landesamt für Archäologie Sachsen.
ISBN 978-3-943770-78-0
Fußball-Fan Hans-Peter Hock sammelt Exponate zu dem Thema Tischfußballspiele. Er arbeitet im Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA) als wissenschaftlicher Redakteur im Archäologiemuseum smac. Hock interessieren vor allem die Anfänge des Fußballs in der Zeit von 1870 bis 1895. Hier ist er sporthistorisch aktiv und hat u.a. Vorträge auf Tagungen in Saarbrücken und Manchester gehalten. Seine Sammlung konzentriert sich auf Postkarten, Illustrationen und Publikationen zum Thema Fußball aus der Zeit bis 1900. Tischfußballspiele sind erst jüngst hinzugekommen.
Auf der Homepage (dtkv.info) des Deutschen Tipp-Kick-Verbandes (DTKV) erschien 2022 ein Artikel zu dem Buch und der gleichnamigen Ausstellung in Chemnitz. Dieser Artikel wird hier zum Download bereitgestellt.
BAUSENWEIN, Christoph (2014): Das Prinzip Uli Hoeneß – Ein Leben in Widersprüchen. 496 S., Göttingen: Die Werkstatt.
IBAN: 978-3-730701-23-2
Leseprobe (S. 92):
„Vielleicht hat der seelenverwandte Kahn seinen Manager besser verstanden, als der Dieter seinen Bruder, obwohl der eigentlich schon seit Kindheitstagen, als man sich beim Tipp-Kick endlos stritt, Ulis Unfähigkeit im Ertragen von Niederlagen ausgiebig hat kennenlernen können.“
Auszug aus einem Zeitungsinterview „Welt am Sonntag“ (5. Januar 2003) zu den Tipp-Kick-Spielen mit seinem Bruder:
Uli Hoeneß: Bei uns hat’s natürlich auch gestaubt. Er war immer der Größere und Stärkere, ich der Schnellere. Insofern musste ich schon manchmal die Beine unter den Arm nehmen, um abzuhauen.
WamS: Vor ihm?
Hoeneß: Klar. Bei Tipp-Kick-Spielen und dergleichen gab’s zwischendurch Ärger.
WamS: Wenn es darum ging: Liegt der Ball mit der weißen oder schwarzen Seite oben?
Hoeneß: Oder mit der gelben oder roten. Manchmal hat das Tipp-Kick-Spiel den Heiligen Abend kaum überlebt. Das war schon lustig.
HACKE, Axel (1993): Der kleine König Dezember. 59 S., München: Verl. Antje Kunstmann.
IBAN: 978-3-88897-076-8
Leseprobe (S. 52):
An diesem Tag sagte der König aber, er brauche Bewegung. Ich kramte das Tipp-Kick hervor, ein kleines Fußballspiel, bei dem die Kicker ein flexibles Bein und einen Knopf auf dem Kopf, den man drücken muß, wenn sie mit diesem Bein schießen sollen. Dem König muß man natürlich nicht auf den Knopf drücken. Er legte seinen schweren roten Mantel ab, dribbelte und drabbelte im Unterhemd übers grüne Feld, und wenn er ein Tor geschossen hatte, küßte er seine Metallmitspieler ab und ließ sich keuchend fallen … „Das ist ist unfair!“, rief ich. „Du kannst laufen, meine Leute nicht.“ Der König schrie: „Steife Blechkerle! Ich bin hinterher ganz erschöpft und sie nicht“ …
Wir danken dem Kinderbuchillustrator Michael Sowa für die eingeräumten Nutzungsrechte und die Erlaubnis, dieses Bild vom „Kleinen König“ veröffentlichen zu dürfen!













